ENTSPANNUNGSABENDE

Willkommen im Freundeskreis der Gegenwarts-MeditiererInnen. Das hört sich sicher komisch an, wohlgemerkt nur für den Verstand. Was ist damit gemeint?

 

Wir bemühen uns alle mehr oder weniger zu meditieren. Das ist auch gut so. Nur - wenn wir glauben durch pures Stillsitzen die Gedankenströme abzuschalten, scheitern wir oft kläglich - der Frust ist da. Warum ist das so?

Meditieren in der Gegenwart heißt, immer ganz und zu einhundert Prozent bei dem zu sein, was du gerade gerade tust: im alltäglichen Rahmen, wie Haushalt, Körperpflege, Familie versorgen, am Schreibtisch sitzend, im Beruf usw. Wichtig ist diese Methode auch im zwischenmenschlichen Bereich, in denen du dich bemühst, dich weniger wohlfühlst, sorgst... Hole dich immer wieder zurück, wenn deine Gedanken auf Reisen gehen. Das ist eine reine Übungssache - und das schaffst auch du.

Dazu gehört vor allem auch das Lauschen, nicht nur das Hören. Wenn du deinem Gegenüber lauschst, nimmst du ihn ganz wahr und bist mit deinen Gedanken nicht schon in der Formulierung deiner Antwort. Du nimmst ganz wahr, was im Anderen passiert. So geht nichts von der Information deines Gegenübers verloren. Stelle dabei kluge Fragen. Nimm die Antwort, die Körpersprache und Reaktionen wahr. Ist es nicht das, was wir uns selbst wünschen? Dass Jemand GANZ für uns da ist, nicht nur, wenn wir in Not sind, auch sonst.

Also, versuche und probiere dich aus in deiner täglichen Praxis, allein oder mit uns gemeinsam. Du wirst eine erstaunliche Präsenz in dir wahrnehmen. Du wirst spüren und in dir Ruhe finden. Dein Leben und dein Dasein werden sich verändern. Die Liebe zu dir selbst wird wachsen, mehr Lachen, Begeisterung und Freude wirst du über dich spüren. Selbstverständlich bist du auch viel präsenter in der Wahrnehmung deiner inneren Stimme, du urteilst nicht mehr über dich, eher lachst du einmal mehr über deine Gedanken und brichst sie einfach ab. Drei tiefe Atemzüge reichen schon aus, um die Gedanken, die Dialoge im Kopf zu unterbrechen und zu dem zurückzukehren, was du gerade tust. Du bist achtsamer, ehrlicher mit dir selbst, vergibst dir (und Anderen). Es fällt dir leichter anzunehmen, was nicht so dein Ding ist - Menschen, Meinungen, Haltungen einfach so zu belassen. Das bedeutet auch stetes Loslassen.

Meditation im Alltag geübt, hilft dir sehr beim Stillsitzen. Auch wenn die Gedanken nicht ganz verschwinden, du läßt sie einfach geschehen, ohne ihnen "nachzulaufen" oder Geschichten und Dialoge im Kopf zu spinnen. 

 

Was ist Meditation konkret und wie wirkt sie? Sie ist auch eine Form der spirituellen Praxis, die durch regelmässige Konzentrationsübungen eine tiefe Entspannung und veränderte Bewusstseinszustände herbeiführen kann. Ziel ist die innere Stille oder auch innere Leere, das Freisein von jeglichen Gedanken und Anhaftungen.

Meditation kann eine wirkungsvolle Möglichkeit sein, sich "in sich selbst zu versenken", sich ganz wiederzufinden, neue Kraft zu tanken und sich loszulösen von negativen Gedanken, Stress und Problemen. Diese Entspannungstechnik, die in der westlichen Medizin sehr empfohlen wird, kann durchaus auch psychosomatische Beschwerden, depressive Verstimmungen, Schlaflosigkeit oder Bluthochdruck positiv beeinflussen.

"Wie Regen ein Haus mit schwachem Dach durchflutet,
so brechen Sehnsüchte in den Geist ein,
der keine Meditation praktiziert."

 

Buddha

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